Formierung Polens bis um 1000
Polen ist abgeleitet vom westslawischen Stamm der Polanen.
- Herrschergeschlecht der Piasten
- unter ihnen wird das Kerngebiet der Polanen zur territorialen Basis eines Staatsgebildes.
- Mieszko I. (ca. 960-992) ist der erste historisch fassbare Piastenfürst, vereinigt einzelne altpolnische Stämme.
Vorteile aus der geographischen Lage bei der Ausweitung des Gebietes:
- Profit aus den Handelsniederlassungen der Wikinger-Kaufleute an der Ostsee
- Kontrolle der binnenländischen Handelsrouten (von Magdeburg oder aus dem bayerischböhmuschen Raum nach Kiew und Vorderasien)
Mieszko I.
- Expansion über die Oder hinaus
- Kollision mit den Interessen Kaiser Otto I.
- Kriegszug des Markgrafen Gero in die Lausitz
- Neuorientierung: Anschluß an christliches Europa
- 966: Übertritt Mieszko I. zum Christentum (wahrscheinlich durch christliche Frau Dobrawa motiviert)
- Anerkennung des Kaisers als Oberherr (ab 972 Tributzahlungen an den Kaiser für Land bis zur Warthe)
- Übereignet neu christianisiertes Land an Heiligen Stuhl vor seinem Tod
Boleslaw I.
- 992: Sohn Mieszkos I. wird Herrscher; er hat die Gunst des Papstes und kann eigenständige Kirchenorganisation aufbauen
- 997: Märtyrertod Adalberts, Boleslaw holt den Leichnam und lässt ihn in Gnesen beisetzen
- 1000: daraufhin eigene Kirchenprovinz für dieses neue Erzbistum gegründet
- Akt von Gnesen = Friedensvertrag mit Otto III.
- Kaiser Otto III. erkennt Boleslaw Ehrenrang zu; gute Beziehungen zum deutschen Reich werden weitergeführt
- Otto III. setzt Boleslaw I. symbolisch die Krone aufs Haupt und ernennt ihn zum Patricius (Helfer des Kaisers)
- weitere Vergrößerung des Herrschaftsgebiets
- später Auseinandersetzungen um heidnische Gebiete mit den Nachkommen Ottos III.
- langwierige Kriege gegen die Premysliden und Kaiser Heinrich II. (Nachfolger Ottos III.)
- Erweiterung des jetzt als "Polen" bezeichneten Gebiets um Schlesien, Kleinpolen, Pommern, Mähren
- Lausitz als Lehen auch unter seiner Herrschaft
- teilweise Besetzung on Böhmen und Kiew